Marie-Bernarde Soubirous: Aus dem Leben einer Heiligen

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Marie-Bernarde Soubirous: Aus dem Leben einer Heiligen

Beitrag  Blue Moon am Mi 28 Jul 2010, 23:56

Wer war Bernadette? Sie war die Tochter eines in Armut geratenen Müllers. Ein einfaches und ihrer Amme in Batrès ergebenes Hirtenmädchen. Eine unverstandene, gedemütigte, jedoch folgsame Ordensschwester im Kloster von Nevers. Ein Mädchen, das wissentlich und großmütig ein kurzes Leben dem Leiden weihte. Vor allem aber ist Bernadette das erschütternde Zeugnis und die Botschaft der Unbefleckten für die Menschen aller Zeit.

Am 7. Januar 1844 wurde sie dem Ehepaar Francois Soubirous und Louise geb. Castèrot, in der Mühle von Boly geboren. Sie wurde in der Pfarrkirche St. Peter in Lourdes getauft. Man gab ihr die Namen Marie-Bernarde.
Bernadette war ungefähr 10 Monate alt, als der Mutter aufgrund eines Unglücksfalles die Milch versiegte und das Kind nicht mehr nähren konnte. So gab man das Kind zu der Amme Marie Lagües.
Zwei Jahre später musste Bernadette nicht mehr gestillt werden und sie kehrte zu ihren Eltern zurück. Sie blieb dort bis zum 24. Juni 1854, dem Tag, an dem Francois Soubirous endgültig die Boly-Mühle verließ und das Drama der Armut und des Leidens begann, das sie schließlich ins ehemalige Stadtgefängnis führte.
Im Herbst 1855 brach in Lourdes die Pest aus. Bernadette war 11 Jahre alt und wurde von der Krankheit befallen. Ihre Wunden wurden, so gut es ging, versorgt. Durch wiederholte Abreibungen mit Stroh wurde das faule Fleisch von den Wunden entfernt und diese dann wieder verbunden. Sie gesundete durch diese äußerst schmerzhafte aber wirksame Behandlung, bekam jedoch Asthma, das sie ihr ganzes Leben lang behielt. Noch dazu befiel sie eine Knochentuberkulose an den Beinen, und gerade das Asthma und die Tuberkulose waren es, an denen sie im Alter von 35 Jahren starb.

Francois lebte in der schlimmsten Armut. Er hatte keine feste Arbeit, keine Wohnung und stand mit seiner Frau und den vier Kindern praktisch auf der Straße. Sie zogen ins Cachot und wohnten dort in der feuchten und ungesunden Zelle des ehemaligen Gefängnisses. Bernadette kehrte zu ihrer Amme Marie Lagües nach Batrès zurück. Diese brauchte Hilfe und war auf der Suche nach jemandem, der ihre Schafe hütete, sämtliche Hausarbeiten machte und sich um den zweijährigen kleinen Jean kümmerte. Das Leben in Bartrès war für Bernadette in jeder Hinsicht schwer. Trotz Härte und Entbehrungen versuchte sie, den Katechismus zu studieren, um sich auf die Erste Kommunion vorzubereiten. Die Sehnsucht nach ihrer Familie ließ Bernadette nach Lourdes zurückkehren.
Am 11. Februar 1858 um 11 Uhr vormittags ging Bernadette mit ihrer kleineren Schwester Antoinette und ihrer Freundin Jeanne Abadie nach Massabielle, um dort Holz zu sammeln. Draußen war der für Lourdes so typische dichte, feuchte Nebel. Bernadette schilderte später selbst vor dem Papst: „ Ich hörte ein Geräusch ähnlich einem Windstoß. Ich erhob die Augen zur Grotte und sah eine weißgekleidete Dame. Sie hatte ein weißes Kleid, einen Schleier, der ebenfalls weiß war, einen blauen Gürtel und eine gelbe Rose auf jedem Fuß.“
Dies war der Beginn der Erscheinungen und der einmaligen Mission Bernadettes. Lourdes wurde zum in aller Welt bekannten Wallfahrtsort.
Während des Zeitraumes vom 11. Februar bis 16. Juli 1858 ereigneten sich die 18 Erscheinungen. Maria betete die meiste Zeit einfach mit Bernadette oder ließ sich anschauen. Andere Male wieder sprach sie zu ihr, gab ihr Aufträge, vor allem aber die Botschaft und die religiöse Bedeutung für Lourdes.

1860 wurde Bernadette wegen eines neuerlichen Asthmaanfalles in das Krankenhaus von Lourdes eingeliefert und verblieb dort bis zu ihrem Eintritt in das Kloster von Nevers im Jahre 1866. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch die Krypta in Lourdes geweiht und damit die erste Bitte der „Unbefleckten“ erfüllt: „Es ist mein Wunsch, dass man hier eine Kapelle erbaue.“ Vor ihrem Eintritt als Novizin in Nevers begab sie sich ein letztes Mal im Nonnenkleid und heimlich zur Grotte. Sie kehrte dorthin niemals wieder zurück. Als sie in das Kloster Saint Gildard eintrat, gewöhnte sie sich nur schwer ein, begegnete Widersprüchen und Demütigungen von allen Seiten. Im Oktober 1867 legte sie zusammen mit weiteren 43 Novizinnen das religiöse Gelübde ab. Jede Schwester bekam eine Aufgabe und Bestimmung zugeteilt. Bernadette verblieb in Nevers, da sie nicht für geeignet gehalten wurde und zudem krank war. Ihr wurde die Aufgabe übertragen, in der Sakristei und in der Stickerei zu helfen.

Am 28. März 1878 bekam sie wieder einen ihrer zahlreichen Asthmaanfälle. Es ging ihr immer schlechter. Man verabreichte ihr zuerst die Sterbesakramente, dann die Letzte Ölung. Doch diesmal erholte sich Bernadette nur kurz, wurde aber nicht gesund. Sie lag auf ihrem Leidenslager. Es folgten weitere Asthmaanfälle. Auf Anraten des Arztes bettete man sie auf einen Stuhl, um ihr das Atmen zu erleichtern. Sie starb um 15 Uhr am 16. April 1879. Das Asthma und die Tuberkulose an den Beinen hatten sie langsam ausgehöhlt und sie im Alter von wenig mehr als 35 Jahren in das Grab gebracht.
Ihr ganzes Leben, ihre ganze Mission, ihre ganze Botschaft hatte sie irgendwann einmal auf ein Blatt Papier geschrieben: „Gehorchen und lieben! Im Stillen leiden für Christus ist Freude! Wahrhaftig lieben und alles geben, auch den Schmerz!“

Am 8. Dezember 1933 erklärte Papst Pius XI Bernadette zur Heiligen. Dieser Tag wurde zum Fest der „Unbefleckten“. Anlässlich der Untersuchungen für die Heiligsprechung wurde der Körper Bernadettes in unverwestem Zustand vorgefunden. Er ist heute mit einer feinen Schicht Wachs bedeckt und ruht in einem Schrein aus Bronze und Glas in der Kapelle des Klosters von Nevers.
Bernadette ist in Lourdes mit ihrer Botschaft des Leidens, das sie in Hoffnung und Freude lebte, stets in der Nähe der Kranken. Wie sie auch dem Pilger durch das Zeugnis ihres Lebens und durch die Botschaft der Unbefleckten Empfängnis nahe ist.

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